S2E8 Ruhig, verwurzelt, resilient - skandinavisches Familienleben aus erster Hand Teil 2
22.10.2026 53 min
Zusammenfassung & Show Notes
Nordische Gelassenheit ist mehr als Deko, heißer Tee & Kuscheldecke
Anna Hupe hat mehrere Jahre mit ihrer Familie in Finnland gelebt und zwar mittendrin: mit Alltag, mit Kindern, mit langen Wintern und einer Art zu leben, die sie bis heute prägt. Mittlerweile lebt & arbeitet Anna in Bayern als Naturcoach und begleitet Familien mit einem geerdeten, ganzheitlichen Blick – und lebt das Nordische ganz bewusst in ihrem Arbeits- & Familienalltag.
In unserem Gespräch sprechen wir darüber, was hinter der nordischen Lebensweise wirklich steckt, jenseits von oberflächlichen Klischees. Über Sisu, diese stille finnische Kraft, die nicht kämpft, sondern hält. Über Gemeinschaft, die Bedeutung von Natur und die Frage, wie wir uns vom skandinavischen Lebensstil inspirieren lassen können.
Nicht im Sinne von „Die machen alles besser”. Sondern: "Was ist möglich, wenn wir den Blick weiten?"
Im November lade ich dich ein zu drei gemütlichen Abenden, an denen wir gemeinsam innehalten und nachspüren – ganz im Geist dieser nordischen Wärme.
Der „Hygge-Herbst” ist mein kleines Angebot für graue Novembertage, an denen wir nicht auf den nächsten großen Moment warten müssen.
Der „Hygge-Herbst” ist mein kleines Angebot für graue Novembertage, an denen wir nicht auf den nächsten großen Moment warten müssen.
Und wer noch ein bisschen in die finnische Sprache reinlauschen will - Annas Empfehlung: finnischen Kinderlieder hören:
https://www.youtube.com/@Kielinuppu
https://www.youtube.com/@Mimmitmusic
https://www.youtube.com/channel/UCCYq5H3ViU2PmZqlcq4CxSQ
Lass uns gemeinsam weitergehen
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Transkript
Julia: Es gibt Momente, da hältst du inne.
Mitten in deinem Mamaalltag,
mitten im Lärm und etwas in dir
fragt leise: Geht das auch anders?
Hallo, ich bin Julia, selbst zweifache
Mama, Coach für friedvolle Elternschaft
und deine Begleiterin in diesem Podcast.
"Friedvolle Elternschaft", das
klingt vielleicht nach einem
Ziel, das du noch vor dir hast.
Aber ich glaube, es beginnt nicht damit,
wie du mit deinen Kindern umgehst, sondern
es beginnt damit, wie du mit dir umgehst.
Genau das ist der rote Faden
in dieser Podcast-Staffel.
Wir beginnen dort, wo alles beginnt: in
deinem Körper, in deinem Nervensystem,
in dem, was dich trägt oder erschöpft.
Und von dort aus schauen wir gemeinsam
nach außen auf die Rollen, die du
ausfüllst, auf die Welt, in der du
Mutter bist, auf das, was friedvolle
Elternschaft wirklich bedeutet.
Nicht mit der Perfektion als
Ziel, sondern als eine Haltung für
dich und deine Lieblingsmenschen.
Ich freue mich, dass du dabei bist.
Lass uns in die neue Folge starten.
Ja, heute folgt hier der zweite
Teil des Gesprächs mit Anna.
Wenn du also die letzte Folge nicht
gehört hast, dann starte doch gerne dort.
Und ja, für alle anderen
fröhliches Weiterhören.
Anna: In Finnland gab's zum Beispiel
'n ganz schöne Sache, ähm, da
haben wir immer mal gedacht, ob
wir das mal hier in Deutschland
irgendwie organisieren für Kinder.
Das war der Wichtelwald, Tonttu Metsä.
Und, ähm, und da sind dann Kinder als
Wichtel verkleidet und haben dann so
kleine Laternchen und Bimmelchen oder
Glöckchen dabei und, ähm, und dann ist so
'n Weg durch den Wald, also bestenfalls
'n kleiner Rundweg, ähm, der ist dann
mit, ähm, mit Kerzen beleuchtet und,
äh, und da gehen die Familien dann
entlang und, und sehen dann immer, wie
die Wichtel da irgendwo zwischen den
Felsen oder Bäumen hin und her hüpfen.
Und am Ende steht dann der
Briefkasten für den Weihnachtsmann,
weil der kommt ja aus Finnland.
Das Ro…, also in Rovaniemi
war, haben wir ihn mal besucht,
aber der kommt eigentlich aus
der Korvatunturi in Finnland.
Genau.
Und, ähm, ja, das ist
also tatsächlich so was.
Oder wenn wir im Wald sind oder wir
haben, ähm, wenn wir Feuer machen,
das dann über dem Feuer, ähm, wir
haben so, so, ähm, was sind das denn?
So Teleskop-, äh, Würstchenspieße.
Ähm, genau, wo dann, äh, die, die, ähm,
wo wir vorne Würstchen dran machen können,
dann überm Feuer oder Käse überm Feuer
dann grillen können, weil das eigentlich
zu jedem Ausflug in Finnland, also
zu jedem, ähm, kleinen Spazier- oder
Wanderausflug in der Natur dazugehört.
Das macht man eigentlich in Finnland
auch fast jedes Wochenende, dass
die Familien in die Natur gehen mit
den Kindern oder viele Familien.
Und, äh, und da sind dann
überall so kleine Grillplätze.
Da ist dann auch Feuerholz.
Man muss nix mitnehmen in der
Regel, also meistens zumindest.
Und, äh, die sind alle schön
gepflegt immer und, und da grillen
dann, grillt man dann einfach.
Also das ganze Jahr über, auch im Winter,
mitten im Winter wird, werden da Würstchen
gegrillt und, äh, und da unterhält man
sich dann mit den anderen oder auch nicht.
Also, aber das ist total nett.
Also wir hatten da schon ganz oft
ganz wunderbare Begegnungen an
diesen Feuerstellen mit, mit Finnen.
Mhm.
Und das ist auch so was, was, ja,
was, was, wenn wir dann im Garten
oder so mal 'n Feuer machen, was
die Kinder dann, dann wollen.
Ja.
Ja.
Julia: Also so 'n paar,
ja, schöne Rituale, ne.
Es hat alles, äh, auch so, ne, dieses,
dieses Feiern des Lebens irgendwie, ne,
oder dem, dem Leben so 'n Rhythmus geben
mit: Ja, das machen wir und am Wochenende,
ne, ähm, auch so regelmäßig, ne.
Also das ist so wirklich, ja, ganz,
ganz prägend, äh, so hör ich das
raus, ne, äh, für das Leben dort.
Und ja, das ist natürlich was Schönes,
was man dann auch mitnehmen kann so.
Ja.
Anna: Ja, und die Saunazeit ist für die
Kinder immer großartig, weil da, also
das ist so, ähm, tatsächlich, wo auch
die tiefsten Gespräche stattfinden.
Mhm.
Irgendwie meistens bleib ich irgendwann
übrig mit einem Kind und da geht's
noch mal tiefer dann irgendwie.
Und da erfahr ich Dinge, die erfahr
ich die ganze Woche nicht über sie.
Also wo wirklich Ja, also wir
ganz tief ins Gespräch kommen.
Das ist ganz schön, find ich immer.
Mhm.
Julia: Ja, spannend.
Das hatt ich auch mal gesehen tatsächlich
in 'nem Filmbericht so, dass, äh,
finnisches Saunieren irgendwie ganz
anders ist als deutsches Saunieren, ne.
Anna: Tatsächlich so.
Also, äh, also man erzählt
sich was in der Sauna.
Es ist nicht so heiß in der Regel.
Also oder wir haben sie zum
Beispiel nicht so heiß, wie's
tatsächlich in Deutschland oft ist.
Ähm, wir heizen eher, indem wir
immer mal wieder 'n Aufguss machen
und also einen, äh, Aufgussmeister,
so was gibt's in Finnland nicht.
Da müssen die immer drüber lachen.
Also die Finnen machen sich sowieso
'n bisschen lustig über die deutschen
Regeln und, ähm, vor allem wenn dann
finnische Sauna dran steht und dann
direkt die Regeln daneben, wo die
sagen: „Also die haben's aber nicht
verstanden." Weil da auch in der Sauna
geht's im Prinzip darum, dass jeder
für sich spürt, was tut mir denn gut?
Wie lange möcht ich drinbleiben?
Wie kurz und was sagt
mir mein Körper dazu?
Und nicht, äh, „Oh Mann,
ich muss diese- Sagt
Julia: die Sanduhr.
Anna: Oh, drei Minuten muss ich
noch schaffen und es fühlt sich
aber gar nicht mehr gut an.
Aber auch da bin ich wieder in diesem, ich
muss mich an die Regeln halten irgendwie.
Und, ähm, und ich hab, also ja, das
find ich auch so was ganz Schönes,
weil du bist wirklich in der Sauna,
in diesem ich bin und ich kann.
Und, ähm, und jeder darf Aufguss machen,
wann er möchte und auch die Kinder
werfen drauf und, äh, und das ist also
ganz, also ganz schönes Miteinander.
Wir waren mal, weiß ich noch, auf
'nem finnischen, ähm, Campingplatz
und dann kriegten die mit, dass wir,
äh, Deutsche waren in der Sauna.
Also da sind dann immer Saunen dann
auch und die Riesensaunen dann auch.
Da sind dann 30 Leute oder so was drin.
Und, ähm, und dann, äh, ja, und dann
haben wir uns unterhalten, was wir
denn gerne mögen in Finnland und
dann sagten die Kinder, äh, finnische
Weihnachtslieder und dann welches
denn das Lieblingsweihnachtslied ist.
Und dann sagte unser Jüngster, der war da
drei, glaub ich, Joulupuu on rakennettu,
der Weihnachtsbaum ist aufgebaut.
Und dann fing die ganze Sauna,
alle fingen an, dieses Lied
zu singen, mitten im Sommer.
Das war so schön.
Also so ganz, so rührende Momente, ja, die
ich da erlebt habe, irgendwie so ganz, ja,
ganz verbindend da auch irgendwie, wo man
gleich so 'n Teil der Gemeinschaft einfach
war, ohne dann aber auch die Verpflichtung
zu haben, irgendwie was, 'ne Gegenleistung
zu bringen oder so, sondern einfach
diesen Moment zu genießen miteinander
und dann kann man wieder auseinandergehen
und es einfach im Herzen behalten.
Und ja, das also hat mich oft ganz
gerührt, was da Ja, so mit den Finnen
einfach möglich ist oder mich entlastet
zum Beispiel total, dass meine finnischen
Freundinnen, dass ich mich da echt…
Also wir waren jetzt dieses Jahr in
Finnland und wir haben eine Familie,
Julia: mit der wir sonst
Anna: eng verbunden waren, aber irgendwie,
ähm, über, über Handy oder so passt
das irgendwie nicht mit denen, weil,
weiß ich nicht, ist beides nicht unser
Medium, damit, äh, in Kontakt zu bleiben.
Und dann hatten wir uns dieses Jahr erst
wieder gemeldet und dann haben die uns
sofort eingeladen und da war null Vorwurf,
dass wir uns so lange nicht gemeldet haben
und nichts, sondern es war einfach wieder
so wie, wie vor sechs Jahren, als hätten
wir keine Pause dazwischen gehabt und das
war so schön, einfach zu merken, dass da
nicht, da ist keine Erwartungshaltung,
sondern es ist einfach 'ne Freude am,
wenn man sich dann sieht irgendwie.
Das find ich sehr entlastend.
Julia: So, so gegenwartsorientiert
hab ich jetzt so rausgehört, ne.
Also wenn dann ein Kind in der Sauna sich
'n Weihnachtslied wünscht, dann singen wir
ein Weihnachtslied, auch wenn Sommer ist.
Oder wenn ihr kommt, wenn ihr im
Urlaub da seid, dann begegnet ihr euch.
Dann, ne, und das zählt der Moment so, ne.
Und die Verbindung und das, was in
diesem Moment da ist und entsteht,
ja, auch ohne dieses Gefühl von
Verpflichtung im Nachhinein oder
irgendwie, sondern der Moment zählt.
Oder wenn man sich, ja, gar nicht
kannte, aber an dieser Feuerstelle,
äh, begegnet ist und 'ne Zeit, 'ne
schöne Zeit miteinander hatte, aber
man muss jetzt nicht Telefonnummern
tauschen und hinterher im Kontakt
bleiben oder irgendwie so, ne.
Anna: Ja, ja.
Julia: Ja.
Anna: Und das find ich echt was
richtig, ähm, richtig tief Schönes.
Also so Diese, ja eben diese tiefen
Begegnungen, die sein können und
aber auch nicht müssen irgendwie.
Also es ganz viel, ja darf einfach
sein, ohne, ohne dass was muss.
Mhm.
Ja.
Julia: Spannend, weil ich find, das ist,
also das macht ja so irgendwie gefühlt
diesen Kontrast aus zu dem, was wir,
ja, in Deutschland und ich würde sagen,
in vielen anderen europäischen Ländern
auch haben, so diese Schnelligkeit
des Alltags, die Technisierung,
die, ne, schnelle Kommunikation,
unsensibel miteinander so, ne, hier.
Aber irgendwie, also ich mein, das
moderne Leben ist in Finnland ja
wahrscheinlich schon auch angekommen so.
Also wie hast Du das so wahrgenommen so?
Spielt das gut miteinander zusammen oder,
ähm, gibt's da auch irgendwie Ablehnung?
Also so sind sie sehr verhaftet und
sagen: „Das ist uns alles so wichtig.
Dem begegnen wir allen mit
Vorsicht, mit dem, was sich so an
der Geschwindigkeit der Welt, sag
ich mal, äh, da so verändert."
Anna: Ja, da sind die schon auch neugierig
und die holen sich, also die sind ja auch,
ähm, sehr modern von der Technik her.
Also ich weiß, damals als wir da
waren, hatte der Kindergarten schon 'ne
Buchungsapp für die Buchungszeiten und,
äh, und da lief auch alles über diese
App irgendwie mit dem Kindergarten.
Da gab's hier in Deutschland, äh,
also weiß ich nicht, da hab ich hier
in Deutschland noch nix von Apps
irgendwie groß gehört irgendwie, ne.
Also das war echt, ähm, ja, da sind die
schon, schon sehr technikaffin und sehr
modern und, ähm, und ja, auch um, um
vieles effektiver für sich zu gestalten.
Also grade das ist den Finnen
irgendwie schon auch wichtig,
möglichst viel Freizeit auch zu haben.
Ähm, und ich glaube aber, was die
Finnen einfach gut schaffen, ist,
dass sie beides haben, dass sie dieses
technikaffine haben und dieses, boah,
das interessiert uns total, äh, auch auf
Social Media unterwegs zu sein oder keine
Ahnung, ähm, äh, online viel zu sein und
gleichzeitig haben sie aber diese Zeiten,
wo absolut diese Offline-Zeiten sind,
in der Natur oder, ähm, im, in der Sauna
und, ähm, und dann auch wirklich diese
totale Ruhe auch einkehrt irgendwie.
Also sie, sie wirklich, äh, sehr,
ähm, ja, einfach dieses im Moment sein
genießen und, ähm, Reize rausnehmen
und, äh, ja, einfach abtauchen.
Also das, das glaub ich, ist so
vielleicht das, was sie manchmal mehr
hinkriegen, weil's einfach so, so
üblich auch ist, irgendwie in die Natur
zu gehen und, ähm, und das irgendwie
wie zum Alltag dazugehört, diese.
Also auch im Winter zum Beispiel
sind die Waldwege, ähm, beleuchtet
oder die Schlittenhänge, ähm,
hast du Flutlicht dran, damit
das jederzeit auch möglich ist.
Und, ähm, oder die auf den Seen,
wenn die zugefroren sind, da
gab's einen so 'n See, ganz schön.
Da gibt's diese, ich weiß nicht, ob du
die aus Astrid Lindgren Büchern kennst,
diese Schlitten, die so Kufen, so lange
Kufen drunter haben, wo die Kinder hinten
draufstehen können und den Berg runter.
Und die machen's, also das ist, es macht
so einen Spaß, mit diesen Schlitten
über 'n zugefrorenen See zu heizen.
Da gibt's so 'n See eben, äh, und
da sind ganz viele von diesen bunten
Schlitten, die kann man sich dann
einfach da ausleihen und so 'n
Schlitten, der kostet echt 150 Euro
oder so, die stehen da einfach.
Also die könnte man auch
jederzeit mitnehmen.
Die sind nicht angeschlossen oder so.
Jeder darf sich einen nehmen, dann
über den, äh, über den, äh, See
und dann wieder da hinstellen.
Und die verschwinden auch nicht sonst
irgendwo und liegen dann hier kreuz
und quer auf dem See rum, sondern
die sind an dieser einen Stelle
und da kommen sie auch wieder hin.
Und das find ich auch so was total
Schönes irgendwie, dass da, ähm, ja,
einfach so was möglich ist irgendwie
und, ähm, und dass auch so was,
ja, so 'n schönes Aus-Ausflugsziel,
was auch kostenfrei wieder ist.
Also es gibt viele schöne Sachen,
die man kostenfrei machen kann,
einfach in der Natur auch in Finnland.
Julia: Ja, und wenn, wenn das so etabliert
ist, ne, dass Zeit in der Natur verbringen
einfach so ein, ein fester Bestandteil
von allem auch ist, ne, dann liegt
es ja auch irgendwie nah, ne, dass,
dass dann da Dinge möglich werden, ne.
Und, äh, ja, also, aber ja, es hat, hat
auch wieder was mit Vertrauen zu tun, ne.
So dieses, äh, ich geh davon
aus, ne, wir wollen's uns hier
miteinander schön machen, ne.
So die, dieses eigene Bedürfnisse.
Ich, ähm, mir fällt jetzt natürlich
der Begriff nicht ein, aber es
gibt, äh, das im Dänischen auch.
So dieses, dass die Gemeinschaft
halt einfach mehr zählt und dieses
Egoistische für sich irgendwie Dinge
rauszunehmen, das, das hat keinen Wert.
So, das, das ist, das verstehen die auch
gar nicht irgendwie, sondern dass, ähm,
dass immer die Gemeinschaft irgendwie
im Vordergrund auch steht und dieses dem
anderen was Gutes auch zu wollen oder so.
Nicht so dieses: Kriege ich hier auch
das, was mir alles zusteht, so, ne.
Das, ähm, scheint auch dem so'n
bisschen mitzuschwingen so, ne.
Anna: Genau, also das hab ich
oft so gemerkt, ähm, grade auch
bei diesen Umsonstangeboten.
Im Sommer sind da verschiedene, ähm,
äh, Sommerangebote, ähm, wo von der
Kirchengemeinde oder auch von den,
ähm, von den offenen Kindergärten.
Und da gibt's dann auch immer wieder
zum Beispiel, dass da Pfannkuchen
überm Feuer gebraten werden.
Und ins, ähm, bei den Finnen ist so
ganz klar, die genießen, die Kinder
genießen dann einen Pfannkuchen, ähm,
oder ein Stockbrot und dann ist auch
irgendwie, ja, dann haben sie ihr, ihr,
ihr Highlight irgendwie sozusagen gehabt.
Und, ähm, und, und da hab ich schon
gemerkt, dass, dass, ja, dass da auch
so'n kultureller Unterschied ist.
So: "Ah, guck mal, gibt's doch
umsonst. Komm, na hol dir noch
einen und noch einen", irgendwie.
Ähm, aus, also wenn ich dann die
anderen Kulturen gesehen hab, die da
unterwegs waren, unter anderem wir
Deutschen, ähm, wo das eben nicht
so selbstverständlich ist, eben zu
gucken, dass jeder auch was kriegt
und dass man sich nur 'n Teil nimmt.
Und ich find's so spannend, weil das
auch tatsächlich in der Sprache, in der
Grammatik in Finnland ver-verhaftet ist.
Da gibt's den Fall Partitivi und
das ist der Fall, wo's, wo man
nur einen Teil vom Ganzen nimmt.
Und, und das find ich von, ja,
'n ganz spannenden Fall, der auch
so über die Lebensphilosophie
der Finnen so viel aussagt, weil
die so irgendwie bescheiden sind.
Und zum Beispiel nutzen sie den Partitivi,
wenn sie sagen, ähm, ich möchte 'n,
also 'ne Tasse Tee, dann sagen sie: "Ich
möchte ein bisschen Tee", damit sozusagen
oder einen Teil von dem, den du da hast.
Und aber auch, wenn sie sagen: "Ich,
äh, ich liebe dich", dann nehmen sie
auch den Partitiv, weil sie sagen: "Ich
liebe das von dir, was ich kenne oder
so, wie ich dich sehe, aber ich weiß ja
nie, wer du alles noch bist", irgendwie.
Auch so da in dieser Bescheidenheit oder
in dieser Ja, ähm, auch in, in diesem
Bewusstsein ja, dass, ne, das, was ich so
sagen kann, ähm, ne, das liebe ich halt.
Oder ich spreche Finnisch, sagen sie
auch immer nur im Partitiv, weil sie
für sich ganz klar haben, ich werde
nicht alle finnischen Wörter, vielleicht
gibt's welche, die ich gar nicht kenne.
Oder, ne?
Oder, also das find ich schon, find
ich schon echt, ähm, das hat eben
so was, ah ja, tatsächlich so was
Bescheidenes oder Demütiges, find ich.
Julia: Demütig, ne?
Ja.
Anna: Vor dieser Größe, die's einfach, die
jeder einzelne Mensch mitbringt oder jedes
einzelne Wesen mit seiner Geschichte.
Also dass sie da, ähm, für sich
immer sagen: „Ich, ich kann das doch
nie beurteilen, auch viele Dinge,
weil ich doch gar nicht genug weiß.
Ich weiß immer nur einen Teil." Und das
find ich Auch so schön oder ich weiß
noch, wie ich in Finnland mal, ähm, da
kam von hinten so 'n Auto angerast und
ich weiß, dass da bei mir dann gleich
so: „Oh, dieser Raser, der will mich
jetzt von der Straße drängen", oder so.
Bei mir ging gleich das Nervensystem
hoch und meine finnische Freundin saß
neben mir und sagt: „Oh, fahr mal am
besten rechts ran, der hat's total eilig.
Der hat bestimmt irgendwas Wichtiges." Wo
ich dachte: „Ja", und diese Einstellung
haben die Finnen, dass dieses immer,
ja dem anderen irgendwie was Gutes
zu unterstellen oder zu gucken, ähm,
ja, dass der, dass der seinen, einen
guten Grund dafür hat, dass er sich
grade so verhält, wie er sich verhält.
Und das entspannt so sehr.
Das merke ich schon, dass ich diese
Haltung schon auch, ähm, mitgenommen habe
oder zumindest immer versuche, wieder
auszugraben, wenn ich merke, dass ich
doch schnell in einem Urteil oder in
einer Bewertung bin, dass ich da noch
mal zurücktrete und denke: „Was würde
jetzt, äh, meine finnische Freundin
zum Beispiel sagen oder die Finnen?
Wie würden die da dran gehen?"
Und ja, und das hat mich auch oft
berührt, wie, ja, wie offen ich ja
auch empfangen wurde und mit wie
viel Wohlwollen und Vertrauen, ähm,
die Finnen mich behandelt haben.
Ich hab zum Beispiel mal, hab ich mal
meine Noten vergessen im Konzerthaus.
Also wir hatten da, ähm, 'n Konzert
gehabt und, ähm, also es war ein kleines
Konzerthaus, aber ja, auf jeden Fall bin
ich dann zur Touristinfo und, ähm, hab
gefragt, ähm, wann da vielleicht das die
nächste Veranstaltung wär, damit ich da
gucken könnte, ob da meine Noten liegen.
Da sagten sie: „Wieso?
Das ist doch direkt hier über der
Straße, kannst du doch eben hingeben.
Wir geben dir eben den Schlüssel." Und
dann hab ich gesagt: „Okay", sag ich.
Dann gaben sie mir den Schlüssel
und dann hab ich, stand ich da noch
und da sagten sie: „Haben Sie noch
'ne Frage?" Sag ich: „Ja, wollen
Sie nicht irgendwie 'ne Unterschrift
von mir jetzt oder meinen Ausweis?"
Und da guckte die mich
an und sagte: „Wieso?
Sie kommen doch gleich wieder." Und das
war, dacht ich: „Wow." Also das hat mich
so berührt, weil ich mein, in diesem
Haus, da waren sonst was für Anlagen auch.
Und, äh, also überhaupt, also wo ich
dachte, ja, das, also das hat mich
echt angerührt, dass sie mir so viel
vertraut, dass ich da eben hingehe.
Ich mein, natürlich hab ich das auch
so gemacht, aber, aber es war für mich
tatsächlich was Besonderes in dem Moment.
Julia: Ja, auf jeden Fall, ne.
Also da würde man ja wirklich in
Deutschland denken so: „Nee, das, äh,
wird hier nicht passieren", so, ne.
Oder merkt man ja dann,
ne, an dem, wie man-
Anna: Nicht mal Einheimische oder so, ne.
Also da wird ja auch, wenn ich
denke, wie viel Misstrauen oft,
äh, hier in Deutschland Ausländern
entgegengebracht wird und, ähm,
und ich war da auch Ausländerin.
Ich sprach die, äh, ich hab die
Sprache nicht fließend gesprochen und,
ähm, war also deutlich nicht von da.
Aber ja.
Julia: Ja, es ist, ist also bewundernswert
irgendwie, würde man sagen, ne,
wenn man so das, ja, in unserem
Kontext ja sich da schwer mit tut
und gleichzeitig, ähm, find ich schon
spannend an der Idee, wenn man es täte.
Anna: Mhm.
Julia: Also wie wäre dann
wirklich auch die Reaktion, ne?
Also wenn, wenn 'n Mensch gleich von
der ersten Begegnung an so 'n Vertrauen
entgegengebracht bekommt, würde er's dann
wirklich misstrauen, äh, äh, missbrauchen?
Anna: Ja, ja, das stimmt.
Das ist auch noch die Frage.
Genau.
Ja.
Julia: Ich mein, in der Regel, ne, hat
man dann schon viele Vorerfahrungen mit
anderen Menschen gemacht und so, ne.
Dann kann es schon wieder 'n bisschen
getrübt sein, aber trotzdem so mit
dieser Idee, selber im Leben irgendwie,
ja, diesen, diesen Vertrauensvorschuss
zu geben und dann auch wahrscheinlich
doch zu erleben, dass das dann auch,
ja, also weil, weil es dann vielleicht
auch so 'n Überraschungsmoment ist.
„Hach, okay, das vertraut
sie mir jetzt an.
Ja gut, dann werd ich wohl auch
gut damit umgehen", so, ne.
Anna: Ja.
Ja, weil es wirklich ja auch 'n
Geschenk ist, was ich in dem Moment
krieg, irgendwie was Besonderes.
Und in Finnland ist tatsächlich die
Kriminalitätsrate eine der, ich glaub
sogar mit die niedrigste in Europa.
Also da, selbst wenn du irgendwo dein
Portemonnaie verlierst oder so, dass, äh,
und du gehst da wieder hin, dann liegt das
da noch oder es ist irgendwo abgegeben.
Das würde keiner also
einfach mitnehmen irgendwie.
Mhm.
Julia: Das hatte ich, wir waren
im Sommer waren wir auf Island und
das hatte ich da auch gelesen, ne.
Also da ist auch 'ne super niedrige, ähm,
Kriminalitätsrate und, ähm, ja, so wie wir
das erlebt haben, wir waren mit unserem
Camper unterwegs auf Campingplätzen
und wie auch da das läuft auf
Vertrauensbasis, dass die Leute da ihre
Stellplatzgebühr bezahlen und so was, ne.
Also das, ähm, ja, ist schon wirklich
faszinierend so, was, was dann
so auch die Folgen dessen dann ja
auch wirklich sind so und die, ja,
andere Menschen aus anderen Ländern
richtig, ja, überraschen dann so, ne.
Und man sich fragt so: „Kann
das wirklich gehen?" So.
Und das ist ja dann schon auch die Frage,
so: Was davon kann man auch mitnehmen, ne?
Also jetzt habt ihr's ja so wirklich
gehabt, so dieses, okay, wir haben
da einige Zeit gelebt so und jetzt
kommen wir ja mit dieser Erfahrung nach
Deutschland und merken auf der einen
Seite, ja, äh, um uns herum ist 'ne hohe
Anspannung, da ist Druck da oder, ne.
Und da fehlen diese Werte teilweise und
dann trotzdem so zu, zu überlegen, okay,
wie lasse ich es trotzdem einfließen, ne?
Also welchen Teil, wo, ähm, lasse
ich es auch über die Familie hinaus?
Du hast ja vorhin schon gesagt,
so mit den Ritualen, die ihr
für euch zelebriert und so, ne.
Aber wa-was würdest du sagen, wo
hast du oder wo kriegst du's auch
vielleicht gespiegelt dann aus
deinem deutschen Umfeld hier so?
Ach Mensch, das ist ja mal so
ganz anders bei dir oder und aber
auch angenehm wahrscheinlich, ne.
Aber dass es auffällt, dass es anders ist.
Hast
Anna: du da
Julia: noch 'n paar Beobachtungen?
Anna: Mhm.
Also ich krieg immer wieder
gesagt, dass ich irgendwie angenehm
beruhigt bin oder 'ne angenehme,
mhm, so 'ne, ähm, entspannte,
ähm, Grundhaltung hab irgendwie.
So, das vielleicht, ähm, also das glaube
ich tatsächlich auch, dass ich das in
Finnland, äh, vertieft habe, grade so
dieses, ähm- Hach, nicht mehr so immer
diesen Druck haben, dass ganz schnell
alles da ist oder, oder grad ich find
immer im Supermarkt zum Beispiel, wenn
ich da in der Schlange stehe, dass ich
merke, dass ich da mich einfach rein
entspanne, weil das in Finnland ich so
oft erlebt habe, wenn ich da mit den
Kindern eingekauft hab und nicht so
schnell war mit dem Einpacken, dass alle
total entspannt hinter mir standen und,
ähm, und keiner irgendwie gedrängelt hat.
Ich hab sogar einmal vergessen, äh,
zu bezahlen und war noch am Einpacken
und, äh, guckte dann irgendwann hoch
und die Kassiererin strahlte mich
an und ich sagte: „Oh", sag ich: „Oh
nein, ich hab vergessen zu bezahlen."
Sagt sie: „Macht doch nichts." Und
da war 'ne riesenlange Schlange und
die strahlten mich alle einfach an.
Und wo ich, wo ich dachte: „Oh,
das wär, wär mir in Deutschland
wahrscheinlich nicht passiert", ne.
Und, und da merk ich schon, also 'n
ganz großes, ja, große Geduld einfach
irgendwie oder so 'n wirklich m-mir
diese, ähm, Gelassenheit mitzunehmen in
Situationen, die mich sonst gestresst
haben oder wo ich gedacht hab: „Oh
Mann, das könnt doch schneller gehen."
Äh, sondern einfach da diese finnische
Ruhe reinzubringen und zu denken:
„Ja, es passiert mir doch gar nichts.
Wenn ich hier jetzt einfach 'n bisschen
länger stehe und mich in mich rein,
hineinspanne, äh, entspanne und ein
bisschen lächle, dann entsteht sogar was
ganz Wunderbares in dieser Zeit, die's
vielleicht 'n bisschen länger dauert
und mit dieser Energie geh ich aber
dann auch und bin dadurch bereichert.
Also, hm, das glaub ich schon,
dass ich das so mitgenommen hab.
Julia: Ja.
Ja, und wa-was ich jetzt auch dachte,
nur weil du jetzt so 'ne Situation
geschildert hast, ne, wo man ja dann so:
„Oh je", und, ne, jetzt schäm ich mich.
Das ist mir unangenehm so, ne.
Und dass das eben nicht noch
verstärkt wird durch das Drumherum.
So, es ist ja schon blöd genug und
deswegen lächeln wir und strahlen wir
sie jetzt an, um ihr dieses Gefühl
auch wieder zu regulieren, sozusagen.
Ja, kann passieren, ne.
Wir sind alle Menschen und,
ähm, wir machen's jetzt aber
auch nicht noch schlimmer, ne.
Wie wenn jetzt dann noch irgendwie 'n
Kommentar von hinten kommt oder so.
Anna: Ja, ja und ich hab mich
dann entschuldigt und dann sagt
sie: „Wieso? Sie haben hier
zwei Kinder dabei", oder drei.
Ich weiß nicht, wie
viele ich da hatte, ne.
Aber, ne, wo sie sagte, das ist
doch, also, nee, eben, dass das
gar nichts Schlimmes ist, ne.
Wie du sagst, dass da die Beschämung,
die ich in mir gespürt hab oder dieses:
„Uh", ne, „oh je", ähm, dass die gar
nicht-- und dann war die auch weg.
Dann, ja.
Julia: Ähm, ich hatte mir noch so 'n
paar Begrifflichkeiten aufgeschrieben,
ähm, so aus dem skandinavischen
Sprachraum, sag ich mal, die auch so,
ähm, ja, auch noch mal so sinnbildlich
sind für diese Werte und über d-, wo
wir schon über viel gesprochen haben.
Deswegen würd ich jetzt gar nicht
mehr so viel davon aufgreifen.
Aber einen, weil er nämlich auch der
finnische ist und dann ja doch so 'n
bisschen bekannter im Ausland, ja, wollt
ich dich auch mal nach fragen, nach Sisu.
Was hast du für Erfahrungen?
Oder vielleicht magst du's
auch noch mal erklären.
Nicht jeder weiß das ja, ne, ähm, aber
so, ja, wie, wie hast du damit, äh,
Kontakt bekommen oder welche Rolle spielt
das vielleicht auch bei dir immer noch?
Anna: Ich hab da, ich hab da eben
schon dran gedacht, als wir so über
die Gemeinschaft gesprochen haben.
Also Sisu ist so was, so 'n ganz Ur-,
ähm, so 'ne urtiefe Resilienz irgendwie.
Also das kann man gar nicht so
richtig übersetzen, dieses Wort.
Ähm, und, ähm, zeigt einfach, ja, wie,
wie Finnen irgendwie so 'n bisschen
stoisch auch dranbleiben irgendwie,
um, um Krisen zu bewältigen oder um den
Winter zu überstehen oder was auch immer.
Also dass sie da einfach 'n langen Atem
und 'n langes Durchhaltevermögen haben.
Oder ja, eben das bezeichnet so Sisu.
Und, ähm, und ich hab eben so
gedacht auch, also ich meine,
die haben tatsächlich ja, die
haben Temperaturunterschiede von
im Winter, äh, minus 30 Grad, im
Sommer plus 30 Grad oder so, ne.
Das sind also, diese Unterschiede
haben wir gar nicht hier.
Also die haben schon mehr
Extreme, ähm, und, ähm, mit denen
oder auch die Dunkelheit und
im Sommer nur hell irgendwie.
Also das, äh, oder eben da, wo wir
gewohnt haben, war's schon 'n bisschen
dämmerig, aber es war halt, äh, man konnt
die ganze Nacht was sehen irgendwie, ne.
Also das, die bewegen sich einfach in
anderen Extremen und ich glaube, dass
dadurch ja in ihnen einfach so 'ne, so
'ne Kraft ist, ja, eben wirklich in diesem
Moment zu sein und mit diesem Moment das
zu tun, was, was möglich ist irgendwie.
Und, äh, und gar nicht so weit dann
nach vorne zu denken, äh, oder, äh, in
der Vergangenheit zu hängen, sondern
zu gucken: Und was ist jetzt möglich?
Und das hab ich tatsächlich, also fand
ich schon immer wieder so, glaub ich,
an dieser Ausgeglichenheit oder Ruhe,
die die Finnen so insgesamt ausstrahlen,
ja irgendwie gemerkt, so dass sie da
wirklich-- Oder auch diese Bereitschaft,
ähm, Dinge einfach anzunehmen, wenn
sie einfach grad so sind, wie sie sind.
Und da nicht mit zu hadern, sondern zu
gucken: Okay und was ist jetzt möglich?
Also zum Beispiel da, wo das mit meiner
Schwangerschaft war, dass da nicht
irgendwie noch, äh, mehr abgeklärt wurde
und gemacht und getan und ganz viel aktiv
ge-, ähm, äh, irgendwie, sondern einfach
so dieses: „Wir sehen uns in sechs Wochen
wieder und Sie gucken einfach, was Sie
brauchen und wenn Sie Fragen haben oder
uns brauchen, dann melden Sie sich."
Da wurde mir viel zugetraut, dass ich
das kann, dass ich das auch halten kann
irgendwie und, und sie sich gleichzeitig
angeboten haben, aber nichts übergestülpt.
Und, ähm, ja, und das, ähm, und das
hat so was, ja, wo so 'n, wo ich auch
gemerkt hab, wo auch in mir immer wieder
so 'ne Kraft gewachsen ist irgendwie,
weil eben dieses tiefe Vertrauen ins
Leben ist irgendwie in Finnland da.
Und dass sich das schon
irgendwie richten wird.
Und wenn das Kind, äh, oder wenn,
ähm, auch 'n Kind stirbt bei der
Geburt oder so, dann ist das auch so.
Dann ist das, ähm, dann wird auch
niemand dafür verantwortlich gemacht,
niemand wird verklagt oder sonst
was, sondern dann wird geguckt,
ähm: „Ja, und was braucht es jetzt?
Und wie gehen wir jetzt damit um?" Also
es wird so wenig nach Schuldigen gesucht
in Finnland, sondern es geht eher darum,
ne: Wie, wie gehen wir jetzt damit um?
Genau, die Verantwortung bleibt
bei jedem Einzelnen irgendwie.
Und, äh, und, und in der Gemeinschaft
so 'n Stück, aber es wird nicht
die Verantwortung weggeschoben,
äh, indem jemand schuldig
gesprochen wird oder so etwas.
Ja.
Genau, du hast das, ne?
Julia: Ja, genau, ne.
Ja, ja.
Ja, genau, ne.
Wir hatten das ja vorhin schon, ne,
wo ich so sagte: „Ja, genau." Man hat
es euch überlassen, ne, zu entscheiden
und in dem, ne, ihr dürft, ihr könnt
das entscheiden und ansonsten sind
wir da mit diesem offenen Angebot, ne.
Und ich erinnere mich jetzt auch
grade noch an, äh, 'ne Sequenz, die
ich mal in 'nem Buch gelesen hab,
ähm, wo's, äh, ja, auch um, äh, das
Arbeiten und das Miteinander, äh, im
Skandinavischen, ich glaub, es war dann
das Beispiel war in Schweden oder so, ne.
Wenn irgendwo, ist auch egal wo, ne, aber,
ne, es ist irgend'n Fehler passiert, ne.
Jemand hat 'n Fehler gemacht in 'nem
Arbeitskontext, in 'nem Team und dann
ist eben nicht so dieses: „Boah, du
hast den Fehler gemacht und jetzt
musst du den wieder ausbügeln", oder
wie auch immer, ne, sondern: „Ah,
okay, gut, da ist ein Fehler passiert.
Jetzt schauen wir gemeinsam, wie wir
das wieder ausbügeln können", ne.
So und wie, wie wir da
wieder weiterkommen.
Und das, das hab ich dem jetzt auch
grade so abgespürt, so dieses: „Okay,
hier ist 'ne Herausforderung. Wir
sammeln uns, wir sammeln die Ressourcen,
unsere eigenen oder die von außen, ähm,
und damit können wir's meistern", ne.
Auch so 'ne Zuversicht, äh, die
da ja irgendwie mit drinsteckt.
Ähm, schön.
Sehr e-ermutigend, ne.
Also grade in so Zeiten, die so
herausfordernd sind, wo wir auch global
ja vor so, so viel Themen stehen, ne.
Ähm, ja, d-das macht was, ne, wenn man
also die Art und Weise mit der Haltung,
mit der man dem begegnet, so, ne.
Und das ma…, lässt ganz neue
Möglichkeiten und Lösungswege dann
überhaupt erst entstehen, wie wenn da
schon so viel Anspannung drin ist, ne.
Anna: Ja.
Ich fand, das hat man auch bei Corona
zum Beispiel gemerkt in Finnland.
In Finnland war nicht irgendwie, also
die Kindergärten und Schulen waren
weiter offen für all die Kinder, denen
es guttat, ähm, dass sie hingehen
oder für die das wichtig war, auch
die Gemeinschaft zu haben, grade
Einzelkinder zum Beispiel, damit sie
nicht immer nur alleine sind oder auch
für die Familien, die sagen oder die
Mütter, die sagen oder Väter, die sagen:
„Ich brauch jetzt mal Pause gerade."
Also das war einfach offen und
jeder durfte, wenn er das Gefühl
hatte, ich brauch das grade oder
mein Kind, das Kind bringen.
Und man musste dafür nicht irgendwie,
äh, sonst wie für 'n Beruf haben, der
systemrelevant war oder sonst was,
sondern die durften einfach kommen.
Und, ähm, und auch mit den Masken, das
war nicht als Pflicht ausgesprochen,
sondern die haben gesagt, das kann
helfen, ähm, wenn man grad, wenn man
näher kommt und, ähm, und dann sind
alle automatisch entweder mit Masken
gegangen oder haben halt Abstand gehalten.
Aber das war nicht so, es war einfach
so 'n gegenseitiges Rücksicht nehmen und
gucken, wie kommen wir jetzt damit klar.
Und, äh, und die Natur
war immer offen für alle.
Also da wurde nichts und auch die
Kinder-, äh, Spielplätze und so.
Also, ähm, das fand ich auch sehr
angenehm in Finnland tatsächlich.
Das war dann komisch.
Wir sind in der
Corona-Zeit zurückgekommen.
Das war 'ne ganz andere
Stimmung hier als in Finnland.
Wobei es natürlich- Kann ich mir
Julia: vorstellen,
Anna: ja … auch die Zahlen höher
waren, als wir, als kamen, ne.
Aber, ähm Ähm, ja, aber das fand ich
auch, ähm, ja sehr angenehm, wie die
da mit umgegangen sind oder dass die
gesagt haben vor den Sommerferien,
dass die Schulen noch mal ganz offen
machten für alle Kinder und, äh,
oder dass alle Kinder eingeladen
wurden, aber nicht um Unterricht zu
machen, sondern um zu gucken, wie
geht's den Kindern eigentlich grade.
Und die sind dann gar nicht ins
Schulgebäude mit denen, sondern
haben Ausflüge gemacht irgendwie, ne.
Sie waren im Wald und, ähm, haben
gespielt mit denen, einfach geguckt,
wie geht's denen grade, weil das
für alle 'ne Ausnahmesituation war.
Julia: Ja, ne, aber da ja eben auch
auf alle dann wieder zu schauen, ne,
und irgendwie nicht, nicht nur so,
ja, verhaftet zu sein auf dem Problem
und in so 'n Aktionismus zu verfallen
und wir müssen jetzt überall alles
irgendwie unter Kontrolle bringen, ne.
Das ist ja auch so was typisch Deutsches.
Ähm, und ja, wo, wo dann einfach,
aha, okay, ja gut, es gibt hier 'ne
Situation, auf die wir jetzt irgendwie
schauen müssen, mit der wir jetzt
grade irgendwie handeln müssen, aber
wir dürfen auch nicht bestimmte Dinge
deswegen außer Acht lassen so, ne.
Das, äh, ja, imponiert mir ehrlich gesagt
so, dass man das auch so angehen kann, ja.
Anna: Mhm.
Und 'n starken Blick immer wieder
auf die Familien haben die und
grad auf die Kinder, aber auch,
äh, auf die Belastungen der Eltern.
Also das war zum Beispiel auch, fand
ich spannend bei den, ähm, bei, äh,
den U-Untersuchungen, dass immer auch
'n Fragebogen war für die Eltern:
„Wie geht's euch eigentlich grade?"
Das ist also 'n, ähm, automatisches
Screening, was immer mitläuft.
Und, ähm, ja, fand ich mal beeindruckend,
dass da schnell, auch schnell Hilfe
entstehen konnte und auch der,
'n Psychologe oder so im gleichen
Gebäude gewesen wäre, direkt, äh,
Tür gegenüber, wo die U-Untersuchung
stattfand, sodass man also, dass
es auch kurze Wege gewesen wären.
So gar nicht so 'n such dir jemanden,
sondern guck mal, geh mal da und
klopf mal eben und mach 'n Termin.
Julia: Ja, und dieses wir fragen bei
allen nach, ne, ist auch nicht so dieses,
wir fragen nur bei denen nach, wo wir
von außen schon den Eindruck haben, äh,
da ist irgendwie, da könnte was sein,
sondern wir haben grundsätzlich alle
im Blick und dementsprechend steht auch
grundsätzlich allen die Möglichkeit
offen, dann da was zu äußern und
dann sich aufn Weg zu begeben so, ne.
Also es würde jetzt für mich, glaub
ich, auch so oder entsteht da auch so
der Eindruck, dass das ja auch Scham
reduzierend ist, so dieses, okay, ne, wir
fragen alle Eltern und das ist 'n Stück
weit auch normal, in verschiedenen Phasen
der Elternschaft auch überlastet zu sein.
Das ist kein, kein Manko, kein
Fehler, kein, ne, so, ähm,
sondern das, das kann so sein und
deswegen haben wir's mit im Blick.
So.
Find ich 'ne schöne Botschaft so, ne, dass
man irgendwie nicht so das Gefühl hat, ich
bin die Einzige, die's nicht hinkriegt.
Das ist ja auch so das, was,
äh, ja viele dann irgendwie,
äh, so erst mal denken so, ne.
Liegt's an mir?
Hab ich was, ne?
Und alle anderen machen's
besser und so, ne.
Dieses Vergleichen, ne, was du auch,
äh, erzählt hast, ne, was so doch
eher, ja, hier so 'n Thema ist.
Und ja, in Finnland begegnet man sich
und aufm Spielplatz und man sitzt und
lässt sich auch sein und begegnet sich.
Aber es ist so, ja, viel Wohlwollen,
ne, hast, hattest du auch gesagt so, ne,
dass, ähm, ja, es ist an vielen Stellen
kann das dann 'ne ganz andere Atmosphäre
ja eben entstehen lassen so, ne.
Wenn das auch so 'n, also ja
nicht nur so auf einen Bereich
begrenzt ist, sondern dass das
eben, ja, so 'ne Grundhaltung ist.
Und wenn da einer hinten mit'm
Auto angerast kommt, dann, ja,
wird er wohl 'n Grund haben so, ne.
Er wird irgendeine Not haben.
Ob das, ob ich das jetzt so teile,
äh, ob das jetzt angemessen ist,
deswegen so schnell Auto zu fahren,
ist ja 'ne ganz andere Frage so, ne.
Anna: Mhm.
Ja.
Ja.
Ja, und da kommen wir vielleicht auch
wieder zum Sisu, weil da eben auch dieses
Urvertrauen drin ist, ne, dass, dass,
äh, ja jeder andere auch eben irgendwo
in sich 'n Grund hat oder 'ne, 'ne, ähm,
ja, also so, ich glaub schon, dass Sisu
da so einfach wirklich ist so 'n bisschen
wie, ja wirklich so 'ne Lebensphilosophie
eher so 'n bisschen, ähm, ja wie, wie,
äh, geh ich mit dem Leben und mit der Welt
und mir und meinen Mitmenschen auch um.
Ja, immer wieder berührende
Momente, die ich da erlebt habe.
Und ich glaube, was tatsächlich
auch, ähm, diesen Sisu noch mal so 'n
bisschen bestärkt, ist diese, diese,
äh, dieser Einklang mit der Natur,
den die leben, weil die eben auch mit
diesen Jahreszeiten wirklich mitgehen.
Und, ähm, ich krieg hier in, ähm,
in Deutschland fragen mich viele:
„Oh Gott, dann im Winter, das
ist doch bestimmt total einsam."
Und das ist es nämlich nicht in Finnland,
weil die sind trotzdem alle draußen.
Und, ähm, die sind auch, äh, ich
weiß, als mein, äh, Mittlerer geboren
wurde, hat mir die Hebamme gesagt,
dass die Kinder in Finnland in, äh,
in der Regel draußen schlafen, die
Tagschläfe, weil das einfach gesünder ist.
Äh, nur bei den, in den ersten sechs
Wochen bei einem Neugeborenen, wenn's
dann minus 15 Grad, also drunter
geht, dann soll ich's reinholen.
Und wo ich dachte: „Ja", also die
lernen das von Anfang an einfach,
ähm, auch mit diesen, mit diesen, mit
dieser Natur und mit den Jahreszeiten
mitzugehen und sich da rein zu begeben,
auch in die Dunkelheit und trotzdem in
den Wald zu gehen oder, ähm, trotzdem
all die Waldausflüge mit den Kindern
zu machen, auch wenn's zappenduster
ist noch um neun Uhr irgendwie.
Dann haben die halt alle ihrer Warnwesten
an und, äh, und, und dann sind die
Wege ja beleuchtet oder sie gucken,
dass sie Taschenlampen mitnehmen, also
Stirnlampen in der Regel und, und dann
geht's trotzdem, wird da weitergelebt.
Und das ist so, das krieg ich hier in
Deutschland manchmal mit, so im Winter.
Ja, da ist mal oft irgendwie ab fünf
Uhr hast du das Gefühl, die, da ist
kein Mensch mehr auf der Straße.
Und, äh, und das ist in Finnland nicht.
Also die leben einfach stur und da
ist vielleicht auch dieses Sisu, die
leben einfach ihren Rhythmus weiter.
Und ja, und gehen da mit den Jahreszeiten
mit und, ähm, und ja, geben sich da
auch hin, diesen Temperaturen irgendwie,
gehen trotzdem raus, äh, und ja.
Also das fand ich auch für mich
einfach schön, dieses, dass da eben
nicht im Winter die, die Bürgersteige
hochgeklappt werden, so dann sagt
man das hier, ne, sondern dass ich da
genauso den Menschen begegne draußen.
Und, ähm, und deswegen hab ich auch
tatsächlich die Dunkelheit nie als
schwer erlebt in Finnland, weil
eben das Leben weiter stattfand.
Halt im Dunkeln.
Mhm.
Julia: Genau.
Anna: Ja.
Julia: Ja, auch noch mal spannend, ne,
weil das ist ja auch oft 'ne Frage, die
Menschen kommt so: „Oh, wie kann man
diese Dunkelheit aushalten?", und so.
Und, ähm, ich mein, Finnland ist ja auch
nicht überall so dicht bevölkert, ne.
Also da gibt's ja auch Ecken, wo man dann
doch wahrscheinlich weitere Wege auch
in An…, äh, in Kauf nehmen muss, um
dann weiterhin Menschen zu begegnen, ne.
Aber auch das ist ja eigentlich was,
was das ganze Jahr dann so ist, ne.
Und wenn du sagst: „Na ja, du, gut, dann
gehen wir halt im Dunkeln raus“, so, ne.
Oder das, ja, das ist dann nicht
der Hinderungsgrund oder so, ne.
Und das, das baut einfach auf diesem
Fundament auf, äh, und das trägt dann auch
durch, durch diese dunklere Jahreszeit.
Mhm.
Ja.
Anna: Ja, und du auch merkst, grad in
den, also was ich so von den dünner
besiedelten Gebieten mitgekriegt hab,
dass die einfach sehr aufeinander achten.
Und zum Beispiel, wenn einer einkaufen
geht, 50 Kilometer entfernt, äh,
dann auch die Nachbarn alle fragt:
„Soll ich euch was mitbringen?“
Weil die einfach wissen,
wir überleben hier gemeinsam
einfach besser als alleine, ne.
Und, ähm, also das fand
ich auch oft beeindruckend.
Und, ähm, ja, also wir haben zum
Schluss auch tatsächlich einsam gelebt.
Da war auch keine Straßenbeleuchtung mehr,
aber auch da war, ähm, trotzdem eben, dass
da, dass wenn ich dann spazieren gegangen
bin, Leute waren, also im Dunkeln.
Und, und die Dunkelheit tatsächlich ich
gar nicht als dunkel erlebt hab, weil da
die Sterne ja auch irgendwie Licht geben.
Und wenn du kein künstliches
Licht hast und nur, ähm, die
Natur, dann merkst du, dass die
Dunkelheit gar nicht so dunkel ist.
Julia: Ja, das stimmt.
Ja.
Ja, schön.
Ich glaube, wir können so
langsam einen Abschluss finden.
Es war wunder, wunderschön, mit
dir da so einzutauchen, was, was
das so für 'ne Wirkung hat, ne.
Und ja, vielleicht hast du so zum
Ende noch mal irgendwie, ja, einen
Kerngedanken oder 'n Impuls, vielleicht
auch 'ne Entlastung für die zuhörenden
Mütter hier so, ähm, die du noch mal so
mitgeben magst, die dann vielleicht auch
noch so 'n bisschen nachwirken kann.
Anna: Hm.
Also ich glaube, eben grade so als
Mama so dieses, ähm, sich immer
wieder so 'n, so 'n bisschen auf
sich zu besinnen und vielleicht,
ähm, hm, also mir hat immer total
geholfen, mir die Natur dazu zu nehmen.
Also die Vorstellung von wo ich irgendwo
in der Natur sitze und ruhig bin.
Ich hab zum Beispiel imaginativ immer
wieder Moos unter meinen Füßen, wenn
ich merke, dass Situationen irgendwie
drrrrt bei mir gehen und mir das, also
dieses, diese Ruhe irgendwie als ein
Bild für mich mitzunehmen, wenn's grade
sehr trubelig um mich herum wird, um
das so 'n bisschen hervorzuholen und,
ähm, und zu gucken, wie's dann ist.
Oder genauso wie ich's manchmal mache
mit, äh, wenn ich merke, bei mir geht der
Pegel hoch, ähm, dass ich mir Finnland
vorstelle oder irgend 'nen schönen See da
oder eben diese Stimmung oder wie meine
finnische Freundin jetzt reagieren würde.
Also da tatsächlich sich so stärkende
Bilder vielleicht, ähm, oder Momente
mitzunehmen für die Zeiten, die so ganz
trubelig sind, dass ich die so mit, mit
dabei habe und mit dazunehme und dann
mal neugierig gucke, was ist denn dann?
Weil das, also bei mir macht das ganz
viel, dass ich dann tatsächlich merke,
och, da wird wieder was ruhiger, in mir
sinkt was ab und, hach, da kommt die
Kraft der Natur dazu oder diese Stille von
'nem finnischen See oder was auch immer.
Und, und eben dieses tiefe Vertrauen,
dass Kinder wissen, wie sie ins
Leben hineinwachsen und jeder Mensch
irgendwie die, all diese Fähigkeiten
in sich hat und je weniger ich dran
rumzuppel, ähm, desto schöner wird das
letztendlich, was da entstehen kann.
Also je mehr nur mit Neugier und, ähm,
vielleicht auch dieser Ruhe, diesem tiefen
Vertrauen ich da auch 'n bisschen zugucken
kann und mit entdecken kann, ähm, desto
mehr werd ich vielleicht auch immer wieder
mal überrascht und denke: „Ach guck mal,
das hat sich ganz von alleine gelöst
und ich muss da gar nicht viel machen",
sondern das ist alles da und manchmal
zeigt sich's früher und manchmal später.
Und gut ist immer, wenn ich in
der Ruhe bleiben kann dabei.
Also ist, glaub ich, das 'n guter Boden.
Julia: Ja.
Anna: Auf dem Kinder wachsen können.
Julia: Mhm.
Sehr schön.
Ja, vielen, vielen Dank.
Das war auch wirklich noch mal
ganz tolle Worte zum Schluss.
Ähm, das ist, glaub ich, was, das, ja,
dürfen wir uns ganz oft, so oft es geht,
irgendwie zusprechen lassen, ne, in
unserer verkopften, äh, Gesellschaft,
die irgendwie, ja, so viel Wert
darauf legt, immer alles richtig zu
machen und, äh, aber ja, in dieses
Vertrauen zu kommen, äh, dass wir im
Kern wissen, wie Mensch sein geht.
So.
Und, ähm, ja, das wünsche ich auch
allen Zuhörenden, dass, ähm, ihr das
so 'n bisschen mitnehmt, so wie ich
eben schon gesagt hab und das noch
so'n bisschen nachwirken kann, wenn
ihr jetzt den Podcast abdreht, ähm.
Ja, und das einfach euch ein bisschen
Halt in eurem Alltag geben kann.
Ja, vielleicht zum Abschluss noch,
Anna, magst du noch 'n bisschen
sagen, wo man dich findet, wenn
man irgendwie 'n bisschen Lust
bekommen hat, ähm, mal zu schauen.
Vielleicht ist man in deiner Nähe oder man
kann mal was mit dir gemeinsam erleben.
Ich weiß, du machst ja auch
ab und zu Finnland-Retreats.
Anna: Ja, also man kann mich finden,
Anna, ähm, also auf meiner Homepage
www.annahupe.de und dann bin ich
hier vor Ort in, ähm, in der Nähe
von Nürnberg, Erlangen, in Eckental,
hab ich 'ne Praxis, äh, da biet ich
Gruppen an und aber auch einzeln.
Ähm, genau, und dann gibt es noch die
Möglichkeit für alle, die irgendwie
nicht grade hier sind, ähm, mit mir zum
Beispiel ein Naturretreat zu machen, weil
ich in Finnland eben tatsächlich so sehr
gemerkt hab, wie wichtig und wertvoll
die Natur ist, äh, für die eigene, ja,
für die eigene Verwurzelung im Leben.
Und, ähm, da biet ich im
Schwarzwald und, äh, auch in
Finnland immer mal wieder was an.
Jetzt, ich hatte das sonst regelmäßig,
aber jetzt, ähm, mach ich das seltener
in Finnland, weil das 'n großer Aufwand
für mich ist, aber ich werd mich nicht
davon verabschieden, weil es einfach
so schön ist, mit, also Frauen mit
da hinzunehmen und meine Retreats
sind tatsächlich auch nur für Frauen.
Also, ähm, Naturretreats oder
Retreats zur Stimme, äh, die
zu erkunden, die eigene Stimme.
Ähm, ja.
So kann man mich finden.
Oder online über kreative
Auszeiten gibt's auch online.
Ja.
Julia: Ja.
Superschön, ganz, ganz lieben
Dank dir, dass du, ja, auch deine
Erfahrungen und Perspektiven heute
hier so mit uns geteilt hast.
Teilweise ja auch ganz, ähm, ja, intime
Momente, ne, was du erzählt hast von
deiner Schwangerschaft und einfach schön,
dass wir Anteil haben durften, uns ein
bisschen inspirieren lassen durften.
Und ja, vielen lieben Dank und tschüss.
Anna: Ja, danke.
Tschüss.
Heippahei.
Julia: Ich hab jetzt aber
noch einen Hinweis für dich.
Und zwar, Menschen, die mich schon
länger kennen, wissen, dass ich
im November mehrfach ein Webinar
angeboten hab, um gemeinsam in eine
achtsame Adventszeit zu starten.
Und ich mochte diesen Abend sehr
und doch blieb da so in den letzten
Jahren ein Gedanke hängen, dass
ich diesen einen Abend ja auch
noch ein bisschen ausweiten könnte.
Und ja, gegen Ende meiner Ausbildung zum
FREL® Coach hab ich dann, ähm, auf dieses
Webinar noch mal auch mit anderen Augen
geschaut und ich wollte mehr Raum für
das, was im Körper ankommt, für kleine
Übungen zur Regulation, die man nicht
nur hört, sondern auch ausprobiert.
Und ich wollte, dass das, was
an so einem Abend entsteht, auch
im Alltag Wurzeln schlagen kann.
Denn du kennst das vielleicht, man
geht mit guten Ideen aus so einem Abend
und irgendwo zwischen Laternenumzug,
Plätzchenteig und Krippenspielprobe
gehen sie dann eben doch verloren.
Und das hat überhaupt nichts mit
fehlender Disziplin zu tun, sondern
unser Nervensystem lernt durch Erleben,
und zwar durch wiederholtes Erleben.
Also was wir einmal gehört haben,
das wissen wir zwar, aber was
wir mehrmals gespürt haben, das
wird langsam ein Teil von uns.
Und deshalb wollte ich die Idee
dieses Webinars in diesem Jahr
weiterentwickeln und wirksamer machen.
Und herausgekommen ist eine kleine Serie
von drei gemütlichen Abenden im November.
Und die habe ich den Hygge-Herbst genannt
Das heißt, wir treffen uns an
drei Donnerstagen abends online,
jeweils 20 Uhr für eine Stunde.
Die Kinder schlafen dann hoffentlich
schon oder sie kuscheln sich einfach dazu.
Eine Tasse Tee dampft vielleicht und
wir nehmen uns eine Stunde für das,
was sonst im Trubel zu kurz kommt.
Und weil wir uns insgesamt dreimal
sehen, können die Impulse dann auch
langsam einsinken und sich zwischen den
Abenden nach und nach sanft entfalten.
Du bist herzlich eingeladen.
Ich freue mich, wenn du dabei sein willst.
Den Link habe ich dir natürlich
in die Show Notes gepackt.
Und für die, die sich jetzt direkt in
den nächsten Tagen noch entscheiden:
Die ersten fünf Menschen, die sich
anmelden, bekommen von mir noch ein
kleines Hygge-Paket per Post zugeschickt.
Was drin ist, bleibt eine kleine
Überraschung, aber es sind natürlich
so passende Kleinigkeiten, die
unsere gemeinsamen Abende noch
ein bisschen kuscheliger machen.
Und zum Schluss noch ein
Hinweis: Dieser Podcast, der wird
durch dein Feedback und deine
Erkenntnisse lebendig.
Also lass mir gern eine Bewertung da,
teile deine Gedanken entweder in den
Kommentaren oder schick mir 'ne Nachricht.
Und ja, mit einem Podcast-Abo und
einer Fünf-Sterne-Bewertung hilfst du
mir, auch noch mehr Mamas zu erreichen
und diese wundervollen und bewegenden
Gedanken rund um die friedvolle
Elternschaft in die Welt zu tragen.
Und denk daran, Frieden wächst von
innen und strahlt in die ganze Familie.
Bis zum nächsten Mal, deine Julia.