S2/E1 Dein Nervensystem: Die Grundlage friedvoller Elternschaft
20.08.2026 15 min
Zusammenfassung & Show Notes
Kennst du das? Du willst ruhig bleiben - und bist plötzlich laut. Du ahnst, was dein Kind gerade braucht - aber innerlich schreit alles in dir: "Ich kann nicht mehr."
In dieser Folge erfährst du, warum das keine Charakterfrage ist, sondern eine Reaktion deines Nervensystems - und warum theoretisches Wissen über friedvolle Elternschaft im Alltag meistens nicht reicht.
In dieser Folge erfährst du, warum das keine Charakterfrage ist, sondern eine Reaktion deines Nervensystems - und warum theoretisches Wissen über friedvolle Elternschaft im Alltag meistens nicht reicht.
Die neue Staffel von "Mama sorgt für sich" startet genau hier: bei deinem Nervensystem - der Grundlage, auf der alles andere aufbaut.
Drei einfache Sätze verändern, wie du dich und deine Reaktionen verstehst
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Transkript
Es gibt Momente, da hältst du inne.
Mitten in deinem Mamaalltag,
mitten im Lärm und etwas in dir
fragt leise: Geht das auch anders?
Hallo, ich bin Julia, selbst zweifache
Mama, Coach für friedvolle Elternschaft
und deine Begleiterin in diesem Podcast.
Friedvolle Elternschaft, das
klingt vielleicht nach einem
Ziel, das du noch vor dir hast.
Aber ich glaube, es beginnt nicht damit,
wie du mit deinen Kindern umgehst, sondern
es beginnt damit, wie du mit dir umgehst.
Genau das ist der rote Faden
in dieser Podcast-Staffel.
Wir beginnen dort, wo alles beginnt.
In deinem Körper, in deinem Nervensystem,
in dem, was dich trägt oder erschöpft.
Und von dort aus schauen wir
gemeinsam nach außen auf die
Rollen, die du ausfüllst, auf
die Welt, in der du Mutter bist.
Auf das, was friedvolle
Elternschaft wirklich bedeutet.
Nicht mit der Perfektion als
Ziel, sondern als eine Haltung für
dich und deine Lieblingsmenschen.
Ich freue mich, dass du dabei bist.
Lass uns in die neue Folge starten.
Hallo und herzlich willkommen zurück
oder herzlich willkommen, wenn du
heute zum ersten Mal dabei bist.
Wir starten heute in eine neue
Staffel in diesem Podcast und in der
letzten Staffel habe ich dir ja das
Freel-Coaching vorgestellt, was es
ist, was ich damit für Erfahrungen
gemacht habe, was andere Mütter damit
für Erfahrungen gemacht haben, wie
so eine Coaching-Reise aussehen kann.
Körperorientiert, lebensnah
und auch tiefgehend.
Und die neue Staffel schließt
natürlich an diese Staffel an, aber
sie ist auch ein bisschen anders.
Denn das hier ist ja kein typischer
Eltern-Podcast, in dem es viele Tipps
oder Listen von Dingen gibt, die du
als Mutter besser machen solltest.
Mein Podcast ist eine Einladung.
Eine Einladung, dir selbst anders zu
begegnen, den Weg von innen nach außen
zu gehen, von dem, was in dir passiert,
zu dem, was du nach außen trägst.
Ich freue mich sehr, dass du
dabei bist und bin gespannt, was
diese Staffel in dir bewegen wird.
Wir beginnen heute mit einem Thema,
das mir unglaublich am Herzen liegt.
Einem Thema, das in meinen Coachings
immer wieder der Schlüssel zur Erklärung
so vieler Momente im Familienalltag ist.
Es geht um unser Nervensystem
und vielleicht kennst auch
du einen dieser Momente.
Du willst eigentlich ruhig bleiben,
aber plötzlich bist du laut
Oder du weißt eigentlich, dein
Kind braucht gerade Verbindung
und deine volle Präsenz.
Aber innerlich schreit alles in
dir: "Ich kann gerade nicht mehr."
Oder du funktionierst einfach nur noch.
Machen, organisieren, durchhalten,
einfach immer weitermachen.
Und irgendwo in dir ist dieser
Gedanke: Ich bin einfach nicht die
Mutter, die ich eigentlich sein möchte
Wenn du solche Momente kennst,
dann ist diese Folge für dich
Warum Nervensystemwissen so wichtig ist.
Viele Mütter, die sich mit
bedürfnisorientierter, friedvoller
Elternschaft beschäftigen, haben schon
unglaublich viel gelesen oder gehört.
Bücher, Podcasts, Artikel.
Sie wissen theoretisch so viel über
Bindung, Gefühle und Bedürfnisse,
gewaltfreie Kommunikation
und viele weitere Themen, die
einem da so begegnen können.
Und trotzdem passiert im Alltag
immer wieder etwas anderes.
Und das liegt nicht daran,
dass du zu wenig weißt.
Meistens liegt es daran, dass die Reaktion
deines Nervensystems einfach stärker ist
als das, was du dir vorgenommen hast.
In Coachings höre ich dann oft: „Ich
weiß eigentlich, dass mein Kind das
gerade nicht absichtlich macht, aber
ich werde trotzdem so schnell wütend."
Oder: „Ich will gar nicht so reagieren,
aber in diesem Moment passiert es dann
einfach." Oder auch so ein Klassiker:
„Abends bin ich so erschöpft, dass
ich gar nicht mehr klar denken kann."
Und all das sind keine Charakterprobleme.
Es sind einfach Reaktionen
deines Nervensystems.
Unser Nervensystem entscheidet
in Sekundenbruchteilen: Bin
ich in dieser Situation gerade
sicher oder bin ich bedroht?
Wenn dein Nervensystem eine Bedrohung
wahrnimmt, dann übernimmt ganz schnell
ein altes Reaktionsmuster, das früher
schon dein Überlebensprogramm war.
Wir sind dann nicht mehr im bewussten,
reflektierten Elternmodus, sondern
wir sind in diesem Überlebensmodus.
Und ich sage wir, weil selbstverständlich
auch mir so etwas passiert, wenn
mein Nervensystem aktiviert ist.
Wenn wir den Familienalltag durch die
Nervensystembrille betrachten, dann
begegnen uns oft drei typische Zustände.
Und in meiner Ausbildung zum
Friedel-Coach habe ich drei kurze,
prägnante Sätze dazu gelernt, die einem
ganz schnell eine Orientierung geben,
in welchem Zustand man gerade ist.
Ich bin, ich muss
oder ich kann nicht mehr.
Ich bin.
Das ist der Zustand, in dem dein
Nervensystem verbunden und reguliert ist.
Du bist ganz präsent, du kannst
dein Kind sehen, wie's gerade
ist und auch dich selbst.
Du kannst ruhig reagieren,
statt zu explodieren.
Und in diesem Zustand kannst du auch
Grenzen setzen, ohne die Verbindung
zu deinem Kind zu verlieren.
Dann gelingt es dir vielleicht, solche
Sätze zu formulieren: "Ich sehe, dass
du grade wütend bist." Oder: "Ich
brauch kurz einen Moment, bevor ich dir
antworte." Das ist kein perfekter Zustand.
Wir haben nicht immer sofort die Idee,
wie wir jetzt hier am besten reagieren.
Es ist im Außen und im Innen kein
eitel Sonnenschein, aber es ist
ein Zustand von innerer Stabilität.
Und das ist auch der Zustand, in dem
friedvolle Elternschaft möglich wird
Ich muss
Du hörst es vielleicht schon an der
Art, wie ich den Satz grade gesagt habe.
Hier steigt der Stress.
Der Körper geht in Alarmbereitschaft.
Typische Gedanken könnten
dann sein: „Warum hört hier
eigentlich niemand?" Oder: „Ich
muss immer alles alleine machen.
Jetzt reicht es aber."
Viele Kinder erleben ihre Eltern
dann als laut, gereizt oder streng.
Und oft merken wir selber in diesem
Zustand gar nicht, wie stark unser
Körper schon in diesem Alarmzustand ist.
Zum Beispiel durch angespannte Schultern,
durch einen flachen Atem oder eben
die gereizten Gedanken, die du, ja,
vielleicht sogar innerlich hören kannst.
Und nicht, weil du eine schlechte
Mutter bist, sondern weil dein
Nervensystem in diesem Alarmzustand ist
Ich kann nicht mehr
Dieser Zustand sieht von
außen oft ganz anders aus.
Nicht laut, sondern eher leer.
Du funktionierst vielleicht noch,
aber innerlich bist du weit weg
Abends bin ich einfach durch.
Ich sitze neben meinem Kind, aber
innerlich bin ich gar nicht richtig da.
Ich will einfach nur noch meine Ruhe.
Auch das ist kein persönliches Versagen.
Ganz wichtig: Es ist ein
wichtiger Schutzmechanismus deines
Körpers, so eine Art Notbremse.
Vielleicht erkennst du dich gerade wieder.
Dann möcht ich dich einladen, einmal
tief durchzuatmen und dich innerlich
liebevoll in den Arm zu nehmen
Wenn wir anfangen, Familienkonflikte durch
die Nervensystembrille zu betrachten,
dann verändert sich etwas Grundlegendes.
Wir hören nämlich auf zu fragen:
Was stimmt nicht mit mir?
Sondern wir stellen uns die
Frage: Was passiert gerade in
mir, in meinem Nervensystem?
Und oft passiert dann
sogar noch was Zweites.
Denn auch das Verhalten unserer Kinder
ergibt dann ja plötzlich viel mehr Sinn.
Denn natürlich haben auch Kinder ein
Nervensystem und je nach Alter ist
es allerdings noch ziemlich unreif.
Das bedeutet, Kinder werden viel schneller
überflutet von Reizen, von Gefühlen, von
allem Möglichen, was sie beschäftigt.
Und das kennst du sicherlich.
Und dann brauchen sie unsere Regulation.
Das nennt man dann auch Co-Regulation.
Und diese Co-Regulation
beginnt aber in uns.
Denn wenn wir andere Menschen in ihrer
Regulation unterstützen wollen, dann
müssen wir ja selbst auch in einem
regulierten Zustand sein, weil ansonsten
schaukelt sich alles gegenseitig hoch.
Viele Mütter denken, sie müssten
einfach geduldiger sein oder
konsequenter oder liebevoller.
Aber eigentlich brauchen sie ganz
etwas anderes, nämlich mehr Regulation.
Ein reguliertes Nervensystem kann
sich verbinden und anderen Halt geben.
Ein überlastetes Nervensystem
kann einfach nur überleben.
Und genau deshalb beginnt friedvolle
Elternschaft nicht bei irgendwelchen
Erziehungstechniken, sondern sie beginnt
bei uns selbst, in unserem Körper,
unserer Wahrnehmung, unserer Regulation
Alles, worüber wir in dieser Staffel
sprechen werden, baut genau darauf auf.
Auf der Frage: Wie können wir als
Eltern innerlich stabil bleiben,
auch wenn das Familienleben im
Außen alles andere als ruhig ist?
Wir werden unter anderem sprechen
über: Warum Konflikte mit Kindern
uns manchmal so stark triggern, wie
Co-Regulation wirklich funktioniert,
wie gewaltfreie Kommunikation unsere
Verbindung stärken kann, wie Slow Family
und Selbstempathie uns helfen können,
aus alten Mustern auszusteigen und
auch wie der skandinavische Lebensstil
unser Familienleben bereichern kann.
Die Grundlage von all dem ist
immer wieder unser Nervensystem.
Und wenn du dich in dieser Folge
jetzt schon wiedererkannt hast und
du dir manchmal wünschst, öfter
in diesem regulierten Zustand zu
sein, dann habe ich was für dich.
Ein kleiner praktischer Einstieg
mit körperorientierten Übungen, mit
denen du deinem Nervensystem helfen
kannst, etwas mehr Ruhe zu finden und
deine innere Stabilität zu stärken.
Und zwar ganz ohne Druck,
ganz ohne Perfektion.
Hm, stell dir das eher vor wie so kleine
Anker in deinem Alltag, die du immer
dann nutzen kannst, wenn du merkst:
"Ich bin gerade nicht bei mir." Den
Link zu diesem kostenlosen Minikurs,
den findest du in den Show Notes.
Ja, und wenn du heute aus dieser Folge
nur eines mitnimmst, dann hoffentlich das.
Du bist nicht zu wenig geduldig.
Du bist auch nicht zu wenig liebevoll.
Dein Nervensystem tut genau
das, wofür es gemacht wurde.
Es schützt dich.
Und sobald du anfängst, diese
Schutzmechanismen zu verstehen,
statt sie zu bekämpfen, dann ebnet
sich nach und nach der Weg zu
einem friedvolleren Familienleben.
Ich bin sehr gespannt, wie dir
diese neue Staffel gefällt.
Wenn du möchtest, dann schreib mir gern,
welche Situationen im Familienalltag
dich besonders herausfordern.
Dann kann ich das vielleicht in
einer der nächsten Folgen aufgreifen.
Danke, dass du hier bist und bis zur
nächsten Folge, in der wir uns dann
gemeinsam ein paar Begriffe aus der
Welt des Fail-Coachings anschauen.
Und zum Schluss noch ein Hinweis: Dieser
Podcast, der wird durch dein Feedback
und deine Erkenntnisse lebendig.
Also lass mir gern eine Bewertung da,
teile deine Gedanken entweder in den
Kommentaren oder schick mir 'ne Nachricht.
Und ja, mit einem Podcast-Abo und
einer Fünf-Sterne-Bewertung hilfst du
mir, auch noch mehr Mamas zu erreichen
und diese wundervollen und bewegenden
Gedanken rund um die friedvolle
Elternschaft in die Welt zu tragen.
Und denk daran, Frieden wächst von
innen und strahlt in die ganze Familie.
Bis zum nächsten Mal, deine Julia.